Die Drehorte von „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ - 49 Jahre später

Die Drehorte von „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ - 49 Jahre später

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Freunde. Ich trage ein rotes T-Shirt, wie man sieht. Und ich bin in Venedig. Und wenn ihr euch ein kleines bisschen mit Filmen auskennt, dann wisst ihr, diese beiden Dinge passen einfach wahnsinnig gut zusammen. Im Jahre 1973 kommt ein Film auf die Kino-Leinwände, der in den folgenden Jahren Horrorgeschichte schreiben wird.

"Wenn die Gondeln Trauer tragen" heißt der Film mit Donald Sutherland in der Hauptrolle - und Venedig in der zweiten Hauptrolle. Eine Stadt, die in dem Film nicht das schöne romantische Urlaubsparadies ist, das wir heute so kennen, sondern ein mystischer Ort des Todes. Heute wird es Zeit, mal zu gucken, wo genau dieser Film denn eigentlich gedreht worden ist. Und wir werden natürlich auch in Erfahrung bringen, was sich seitdem eigentlich so verändert hat hier in Venedig.

Zeit für eine neue Film Safari zu "Wenn die Gondeln Trauer tragen", 49 Jahre später. Hi, ich bin Matthias und auf meinem YouTube Kanal zeige ich euch regelmäßig die Drehorte bekannter Filme und Serien. Wenn euch gefällt, was ihr seht, dann abonniert gerne meinen Kanal und wenn ihr meine Arbeit unterstützen wollt, dann abonniert mich bei Patreon oder werdet Kanal Mitglied hier auf YouTube. Dann bekommt ihr exklusive Inhalte und neue Videos vor allen anderen. Aber jetzt geht's erst mal los mit dem neuen Video. So, Freunde.

Die erste Aufgabe des Tages ist, den Weg nach Venedig zu finden. Es fährt ein Bus in 1,4 Kilometern. Da laufe ich jetzt hin. Ich habe genächtigt auf einem ... ja ... wie nennt man das? Glaming-Platz? Ich glaube, man nennt es Glamping-Platz.

Wirklich, muss ich sagen, ein wunderschönes Areal. Total sauber, total gepflegt, schöne kleine Hüttchen, in denen man da übernachten kann. Aber es ist schon eine etwas andere Art, Urlaub zu machen, als ich sie sonst mache. Also es ist wirklich das erste Mal seit vielen, vielen, vielen Jahren, dass ich mal wieder sehr merkwürdig angeguckt wurde fürs alleine reisen.

Also normalerweise weiß die Tourismusbranche mittlerweile, dass das existiert, aber beim Glamping offenbar noch nicht. Und das hat auch damit zusammenhängen, dass dieser ganze Glampingplatz voll ist mit Pärchen, die sich offenbar alle hassen. Also es herrscht eine so passiv aggressive Stimmung auf diesem Platz. Alle sind furchtbar gestresst und genervt von einander. Ich weiß nicht, es ist nicht meine Art, Urlaub zu machen. Und am liebsten hätte ich denen allen eine Visitenkarte in die Hand gedrückt.

Hey Leute, vielleicht ist ja auch das allein reisen was für euch. Guckt doch mal auf meinem YouTube Kanal vorbei, da zeige ich euch wie das geht. So, wo laufen wir lang? Rechts runter, glaube ich.

Ja. So herzlich willkommen in Venedig. Da ist die Bushaltestelle, und direkt neben der Bushaltestelle ist es schon wunderschön. Aber wir haben uns genau das richtige Wetter für diesen Ausflug ausgesucht.

Denn Venedig ist heute ganz und gar nicht sonnig, sondern grau und trist. Passt perfekt zum Film, wenn die Gondeln Trauer tragen. Und ich würde sagen, wir begeben uns direkt mal auf die Suche nach dem ersten Drehort.

Und das ist die Kirche, die John Baxter im Film restauriert. Mal schauen, ob wir sie finden. Bei der Kirche handelt es sich um die San Nicolò dei Mendicoli. Ich muss dringend mal Italienisch lernen.

Habe keine Ahnung, wie man das ausspricht. Zwölf Minuten Spaziergang in die Richtung. Oh mein Gott. Ich glaube, das wird ein sehr langer Spaziergang, weil ich muss hier überall anhalten und Fotos machen. Ich bin erst 2 Meter gelaufen un es ist jetzt schon einfach wunderschön. Guckt euch das mal an! Alter Verwalter.

Mann, Mann, Mann, Mann, Mann. Leute, ich bin wirklich begeisterter, als ich eigentlich wollte. Also klar, ich wusste natürlich, dass Venedig schön ist. Ich habe das ja auch schon im Fernsehen gesehen, aber es war halt immer irgendwie für mich so ein Touri-Ding, was man mal gesehen haben kann, aber nicht gesehen haben muss. So wie Glamping ungefähr. Und jetzt stehe ich hier rum und muss fast heulen, so schön ist das.

Es ist wirklich wunderschön und ich bin noch nicht mal am Touri Hotspot Nummer eins angekommen. Guckt euch das mal an! Das ist einfach nur so eine kleine Seitengasse. Guckt euch das mal an! Okay. Schluss mit den Emotionen.

Wir sind tatsächlich angekommen. Schaut mal, da. Die Kirche und kein einziger Tourist ist hier. Das ist wirklich komplett abseits der Touristenpfade. Genauso gefällt mir das.

Ja, dann lass uns doch mal versuchen, die Szenen aus dem Film wiederzufinden. Und wie es der Zufall will: tada! Die erste habe ich schon gefunden. Das ist der Ort, wo John und seine Frau Laura Baxter auf die Kirche zulaufen. Und das wurde von hier gefilmt. Und wir sehen natürlich schon in dieser allerersten Szene.

Der Schein im Film trügt ein bisschen. Dieser Film wurde zu großen Teilen im Winter gedreht und das mit Sicherheit auch aus gutem Grund, nämlich um Venedig sehr viel grauer, trister und schmuddeliger erscheinen zu lassen, damit es zu diesem Horrorfilm passt. Ja, in der Realität sehen wir: Da machen uns schon die wunderschönen grünen Bäume einen Strich durch die Rechnung. Hier sieht überhaupt nichts grau und schmuddelig aus, wenngleich das hier natürlich eine etwas abgelegene Ecke ist von Venedig, wo tatsächlich nicht so viele Leute sind. Interessant ist das Gebäude auf der rechten Seite, was damals so wie auch heute da war, mit einem großen Schornstein. Man könnte meinen, das sei irgendwie eine verlassene Fabrik oder irgendwie so was.

Dem ist nicht so, ich habe das mal gegoogelt. Das ist ganz offensichtlich eine Universität, eine Universität, wo man Architektur und Industriedesign lernen kann. Passt ja irgendwie. Das sehen wir sonst auch auf dem Bild. Auf der linken Seite ist ganz offensichtlich eine Laterne hinzugekommen.

Die hat es damals, vor 49 Jahren, offenbar noch nicht gegeben. Und im Hintergrund hat sich was an den Gebäuden verändert. Um es konkret zu sagen: Ein Gebäude ist sehr offensichtlich abgerissen worden. Das linke Gebäude, das steht noch hinten, da war aber noch mal so ein riesiges, so ein riesiger Anbau oder ein riesiges zweites Gebäude. Davon ist hier heute nichts mehr zu sehen. Das ist komplett weg.

Hier sehen wir den mysteriösen Bischoff, der am Ufer dieses Kanals hier steht. Und im Hintergrund haben wir noch mal dieses große, in Anführungsstrichen "Fabrikgebäude" in seiner vollen Pracht, was kein Fabrikgebäude ist. Auch das hier ist Teil der Universität, wenn ich das richtig ergoogelt habe, und zwar die Bibliothek, tatsächlich. Ja, wir sehen, dass sich sehr offensichtlich an der Mauer ein bisschen was geändert hat in den letzten 49 Jahren.

Die wurde irgendwie irgendwann mal saniert, oder? Ja, die sieht auf jeden Fall sehr viel schmutziger und grauer aus. Heute eine richtig schöne backsteinfarbene Mauer. Hier empfängt der Bischof Laura und John. Unangenehmer Typ, richtig unangenehmer Typ. Gefilmt wurde das von hier und wir sehen, dass zumindest das Tor im Hintergrund mal einen neuen Anstrich bekommen hat.

Das ist heute grün dunkelgrün. Damals war es hellblau. Viel mehr sehen wir hier in dieser Szene allerdings nicht. Die gesamte Truppe läuft auf die zu sanierende Kirche zu. Ich habe mir sagen lassen bzw ich habe es gegoogelt. Offensichtlich wurde während der Dreharbeiten tatsächlich diese Kirche saniert.

Das hat man sich dann zunutze gemacht und hat dann das in den Film einfließen lassen bzw auch zur Handlung des Films gemacht. Das würde auch erklären, warum im Hintergrund so eine ... Ja, ist das eine Hütte? Was ist das denn genau? Keine Ahnung, da ist irgendwie so eine Hütte oder irgendwie so was zu sehen.

Oder ist das über der Brücke drüber? Weiß ich nicht. Auf jeden Fall wurde hier offensichtlich eine ganze Menge gebaut. Da steht ganz viel Zeug von Bauarbeitern rum und diese Hütte da könnte dazu gehören.

Ja, was wir auch sehen, offenbar am anderen Ende des Ufers. Ja, da sehen wir noch mal diese Mauer. Sah damals ein bisschen anders aus. Sie hatte auch noch so Platz, die man hier heute nicht sieht.

Es war offenbar tatsächlich eine andere Mauer, die da stand. Wir sehen dieses Monument, was hinter der Truppe steht, das existiert nach wie vor, ist auch heute noch hier zu sehen. Und wir sehen, dass am anderen Ufer-Ende offensichtlich damals ein paar mehr Bäume standen, als das heute der Fall ist.

Der unangenehme Bischof und Laura laufen vor einem ... Ja, was ist es wohl? Ein Brunnen? Ich vermute, es ist ein Brunnen her, der heute existiert, genauso wie auch damals, wenngleich man am Anstrich oder am Putz sieht, dass er ein bisschen in die Jahre gekommen ist, oder dass da auf jeden Fall mal was gemacht wurde. Genau hinter dem Brunnen, ein undefinierbares Irgendwas, da hat man irgendwas hingebaut, offenbar damals für die Bauarbeiten möglicherweise. Das ist heute jedenfalls nicht mehr zu sehen. Und hinter diesem Konstrukt, hinter diesem Verschlag oder was auch immer es ist, sehen wir dann noch mal einen Zwinger, der gleich in einer anderen Szene noch mal eine Rolle spielen wird.

Und zwar, wenn Laura auf die mysteriösen Schwestern trifft. Das ist die erste Szene, in der wir die Kirche sehen. Wir sehen, es wird fleißig geklöppelt und gewerkelt. Ganz viele Baugerüste und so was stehen da rum.

Ansonsten allerdings hat sich hier gar nicht so viel verändert. Wenn wir uns die Kirche oder den Eingangsbereich mal angucken: selbst dieser obere Bereich der Tür ist offenbar immer noch exakt derselbe wie damals vor 49 Jahren. Selbst die Statue ohne Kopf auf der rechten Seite, die wir im Film mehrfach sehen, die auch thematisiert wird. Die hat es damals ebenfalls schon gegeben.

Das einzige, was mir hier tatsächlich auffällt, Was sich geändert hat, ist unterhalb der Statur. Diese Fläche bestand damals aus so einem Mauerwerk wie der linke und rechte Teil der Kirche. Heute ist das alles schön weiß verputzt. Ein kurzer Schwenk zum Dach. Das wurde von hier gefilmt.

Ich glaube, da hat sich auch nicht viel geändert an dieser Kirche. Nur dass sie zwischenzeitlich mal einen neuen Anstrich bekommen hat, möglicherweise sogar in dem Jahr, als der Film gedreht worden ist. Und der Vollständigkeit halber auch noch mal die Statue ohne Kopf. Da ist sie zu sehen. Die gibt es tatsächlich.

Ich habe versucht herauszufinden, warum die keinen Kopf hat und ich bin da leider an meine Grenzen gestoßen. Irgendwann auf der 100. italienischen Seite. Kann ich euch leider nicht beantworten. War es ein Blitz von oben? Vom heiligen Herrn? Keine Ahnung. War es eine Unachtsamkeit irgendeines Mitarbeiters? Wer weiß das schon? Muss vielleicht ein Geheimnis bleiben.

Aber ja, zumindest wissen wir, diese Statue hat es tatsächlich gegeben. Und sie gibt es nach wie vor. Hier kommen wir zu einem spannenden Detail des Films.

Wir sehen auf dieser Seite der Kirche eine Aufschrift, wenn es in Paris was übersetzt so viel heißt wie Venedig in Gefahr. Dabei handelt es sich um eine Wohltätigkeitsorganisation aus Großbritannien, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, historische Kunst, Gebäude und Architektur wie eben diese Kirche in Venedig zu restaurieren. Und das ist kein Fake im Film. Das haben die dann nicht einfach so aufgehängt, sondern diese Organisation hat tatsächlich eben diese Kirche, die im Film zu sehen ist, in den Jahren 1972 bis 80 restauriert.

Was wir übrigens auf dieser Szene auch ganz gut sehen. Da sehen wir den Zustand der Kirche damals im Jahre 1973. Da sind Löcher in den Wänden, diese Ziegelsteine, die springen da fast raus. Es ist gammelig, es ist schäbig. Ja, das hat man alles in den vergangenen Jahren alles richtig schön hübsch gemacht und restauriert, sodass uns diese Kirche noch lange erhalten bleibt. Hier wird mit vereinten Kräften gearbeitet, das wurde von hier gefilmt.

Auch hier sehen wir noch mal ganz gut: ja, das Mauerwerk der Kirche sieht heute alles deutlich schöner aus. Und auch das Gebäude auf der linken Seite war damals noch deutlich schmuddelig, als es heute der Fall ist. Der Vollständigkeit halber noch mal aus dieser Perspektive. Hier sehen wir, hier hat sich wirklich gar nicht so viel verändert auf diesem Platz.

Die Kirche ist dieselbe. Das Gebäude im Hintergrund mit dem Turm ist dasselbe. Der Brunnen ist noch da. Hat sich nicht viel getan. Es ist alles nur ein kleines bisschen schöner geworden.

Und falls ihr euch jetzt aufregt: Matthias, warum gehst du nicht in die Kirche rein? Zeig uns das doch alles mal von innen. Nein, tu ich nicht. Und das ist der Grund dafür. Foto ist hier nicht erlaubt. Und daran halten wir uns jetzt auch. So,

jetzt haben wir auch genug über die Kirche geredet, würde ich sagen. Hier noch mal ein Gegenschuss auf die andere Seite. Wir sehen eine schöne Brücke in der Mitte, die sich auch in den letzten 49 Jahren nicht maßgeblich verändert hat.

Wir sehen drei Gebäude im Hintergrund, die auch alle damals schon da waren und sich auch nicht großartig verändert haben. Hier und da ist mal ein bisschen Anstrich hinzugekommen und das einzige, was tatsächlich ganz anders ist, ist: Auf der rechten Seite ist eine Laterne hinzugekommen, wie auch auf der anderen Szene, die ich euch eben schon gezeigt habe. Das schöne, interessante an diesem Venedig-Laternen ist, die haben alle pinke Gläser oben im Kopf, was das ganze irgendwie total romantisch macht. Wunder wunderschön.

Ja, die gab es damals jedenfalls noch nicht. Ach, hier ist der Creep schon wieder. Der Bischof mit Laura stehen vor diesem Gebäude hier. Auch hier sehen wir: wahnsinnig viel hat sich nicht verändert. Nur die Farbe des Gebäudes im Hintergrund, die war damals auch eine andere.

Damals war dieses Gebäude dunkelrot, heute ist es mehr orange und die Farbe ist ein kleines bisschen abgeblättert. Interessanterweise war auch das hier damals schon so eine Graffiti Ecke. Ja, und links ist auch noch so eine so eine Plakatwand zu sehen. Offenbar hat man sich irgendwie vor vielen, vielen Jahrzehnten mal gedacht, das hier muss die Schmuddelecke Venedigs werden, da wird Graffiti gesprüht. Das war damals vor 49 Jahren, schon so und es ist auch heute noch so. Manche Dinge ändern sich nie. Interessant, oder? Um Gottes Willen, hier sind die furchtbaren Schwestern.

Wir müssen noch einmal kurz über diese Schwestern reden. Waren die gruselig oder waren die gruselig? Als ich diesen Film damals als Kind geguckt habe, ich hatte schlaflose Nächte wegen diesen furchtbaren Grusel-Schwestern. Hier stehen sie jedenfalls am Kanal rum und creepen rum, was man halt von ihnen gewohnt ist. Wir sehen jetzt auch hier auf dieser Szene noch mal: Ja, die Mauer im Hintergrund hat sich ganz offensichtlich verändert in den vergangenen 49 Jahren. Nicht so allerdings das Monument, was ihr auf der linken Seite seht.

Laura hat wirklich nichts Besseres zu tun, als auf die beiden Schwestern zuzugehen. Äh, also ich hätte einen großen Bogen gemacht, möchte ich nichts mit zu tun haben, mit solchen Creeps. Aber Laura muss natürlich auf die beiden Schwestern zugehen, und das geschieht hier an diesem "Zwinger", den wir eben schon gesehen haben. Hier sehen wir auch noch mal auf der linken Seite: Dieses undefinierbare Konstrukt, was ich da eben gesehen habe und nicht genau wusste, was es ist. Wir sehen hier, das war ganz offensichtlich einfach nur ein Stapel von Backsteinen, der sehr offensichtlich für die Kirchen Restauration benutzt wurde.

Und wir sehen auf der rechten Seite dann eben diesen Zwinger. Und wir sehen auch hier schon, da ist ein bisschen was anders, aber was genau, das sehen wir auf der nächsten Szene noch mal deutlich besser. Und zwar in dieser hier.

Und das ist jetzt auch die letzte Szene, die ich euch von diesem Ort hier zeigen möchte. Wir sehen die beiden Grusel-Schwestern, die in ihrem ihrem Zwinger stehen, in ihrem Zwingerclub quasi, wie sich das für zwei absolute Creeps gehört. Und wir sehen, dass dieser Zwinger hier gar nicht einsehbar ist. Also möglicherweise tatsächlich als Zwingerclub? Keine Ahnung. Heute ist das anders, heute ist das einfach der Vorbau dieser Kirche. Welchen Zweck er hat, kann ich gar nicht so genau sagen.

Aber heute stehen hier immerhin Blümchen rum und machen diesen Ort deutlich attraktiver, als das damals der Fall ist. Damals war es einfach ein gruseliger Ort mit zwei Schwestern, die man wirklich so nicht treffen möchte. Ich glaube, es ist höchste Zeit hier endlich zu verschwinden, bevor sie noch kommen.

Wer weiß das schon. Nur wenige Meter von der Kirche entfernt, und zwar wenn man von dort nach hier läuft, finden wir auch schon eine weitere Szene aus dem Film "Wenn die Gondeln Trauer tragen". Und zwar ist das hier der Fluss, aus dem im Film die zweite Leiche gezogen wird, wie wir auf dieser Szene sehen. Schaut mal da: der Police-Officer stochert mit seinem Stock im trüben Wasser herum und zieht dann gleich die Leiche raus. Das wurde alles von hier gefilmt und wir sehen schon, es ist ein kleines bisschen mehr Natur hinzugekommen.

Hinten im Hintergrund sehen wir mehrere Bäume. Da hat sich offenbar über die Jahre ein ganzer kleiner Park gebildet. Da sind Bäume mit Bänken drunter und so ein kleiner Weg dazwischen.

Das hat damals offenbar alles so in der Form noch gar nicht existiert. Wir sehen auch, dass dieses Ufer des Kanals rechts neben der Brücke heute ein bisschen bewachsen ist mit Zeug, mit Pflanzen. Das war damals noch nicht so, mir scheint es fast, als hätte man das damals hier vielleicht sogar gerade erst gebaut gehabt. Das ist jetzt natürlich eine totale Spekulation und möglicherweise auch völlig falsch. Es macht aber den Anschein, weil eben tatsächlich die Natur fehlt, weil die Bäume fehlen, und so weiter.

Vielleicht hat man hier damals ja irgendwie so ein bisschen ein bisschen was umgebaut oder gerade was neu gebaut oder sowas. Und dann hat sich die Natur natürlich erst in den vergangenen Jahren dann hier ausgebreitet. Was wir auf jeden Fall sehen: Die Gebäude, die damals hier gewesen sind, die sind auch heute alle noch da. Wir sehen rechts dieses fabrikartige Gebäude, wir sehen hinten mehrere Kirchen.

Wir sehen dieses dunkelrote Gebäude mit den grünen Fensterläden, was heute so ein bisschen durch die Bäume verdeckt ist. Und auch im Hintergrund das Gebäude hat einen neuen Anstrich bekommen. Aber alles, was damals vor 49 Jahren vorhanden war, ist auch heute noch vorhanden. Das ist der Gegenschuss. Und hier wird es tatsächlich schon ein kleines bisschen tricky, denn hier erinnert praktisch nichts mehr an das, wie es vor 49 Jahren gewesen ist.

Damals hat sich nämlich hier offenbar in diesem Gebäude ein Imbiss befunden, wie wir an dem Pepsi Cola Schild sehen. Was ich übrigens interessant finde, denn offensichtlich hat Pepsi damals vor 49 Jahren, noch mit dem Zusatz Cola, sogar mit Bindestrich dazwischen, geworben. Ja, interessant, oder? Hätte ich jetzt gar nicht gewusst. Heute ist hier in diesem Gebäude kein Imbiss mehr.

Es war auch tatsächlich wirklich ein bisschen tricky, das jetzt so wieder zu entdecken, welche wirklich auch vom Anstrich her nichts aussieht wie damals. Aber schaut mal hier, diese Regenrinne da, das ist das Ding, was alles verrät. Die ist nämlich auch hier auf dieser Szene zu sehen, selbst wenn das Gebäude heute völlig anders aussieht. Aber daran kann man sich sehr gut orientieren. Ein Leichenfund, ein Leichenfund. Ganz Venedig ist in Panik.

Ja, das wurde von hier gefilmt. Hier noch mal ein kurzer Blick auf die Brücke und das Kanal Ufer. Und hier sehen wir dann tatsächlich auch ganz gut: Ja, irgendwie wurde diese Brücke damals relativ frisch saniert oder so, dieser weiße Bogen unterhalb der Brücke, der war damals deutlich, deutlich sauber, fast schon zu sauber. Das scheint irgendwie neu gemacht worden zu sein, vor nicht allzu langer Zeit.

John Baxter und der Bischof-Creep stehen vor diesen Gebäuden hier. In der Realität sehen wir im Hintergrund noch einmal den großen Schornstein der Universität, der Fabrik-Universität. Und das Gebäude auf der linken Seite. Das hat sich tatsächlich im Vergleich zu damals überhaupt nicht verändert. Gleiches gilt auch für dieses weiße Gebäude mit den grünen Fensterläden. Das war damals schon da und das ist auch heute noch hier zu sehen. Und in dieser Szene sehen wir dann noch mal die Boot-Anlegestelle im Hintergrund, vor der dann die Leiche aus dem Wasser gezogen wird.

Nicht sonderlich spannend, hat sich auch nicht großartig etwas verändert. Und ich würde sagen, das ist dann auch die letzte Szene von dieser Stelle. Es ist Zeit weiterzuziehen. Ich bin hier wirklich an den entlegensten Orten Venedigs gelandet.

Guckt euch das mal an, liebe Touristen. Es gibt auch andere Dinge zu entdecken. Zum Beispiel solche schaurigen Hinterhöfe.

Ja, geht doch mal dahin. Nicht immer nur zum Markusplatz. Spricht man hier in Venedig eigentlich Kölsch? Keine Ahnung.

So, der nächste Drehort ist ein bisschen weiter weg. 22 Minuten muss ich jetzt laufen und ich finde das eine super Gelegenheit, mal über das Thema Venedig im Allgemeinen zu reden. Denn ich finde, man kann nicht einfach so in diese Stadt fahren und alles super finden, so wie ich gerade eben. Ich finde, wir müssen auch mal über die Probleme von Venedig reden und ich bin eins davon.

Die Stadt Venedig hat schon seit vielen, vielen Jahren ein massives Problem mit dem Over Tourism, also dem exzessiven Tourismus. Soll heißen: Viel zu viele Touris kommen in die Stadt, die sich gleichzeitig an den immer gleichen Plätzen versammeln und die immer gleichen Dinge tun und damit der Stadt langfristig schaden. Eine Konsequenz: Im historischen Stadtzentrum rund um den Markusplatz finden sich heute vielleicht gerade noch 5000 Einheimische, die tatsächlich hier wohnen. Demgegenüber stehen täglich 100.000 Touristen. Der Venezianer wird also praktisch aus seiner eigenen Stadt verdrängt. Viele finden hier keine Jobs mehr, weil sich alles nur noch um den Tourismus dreht.

Viele können sich auch die Mieten in der Stadt einfach nicht mehr leisten. Damit geht wiederum eine ganze Menge Kultur verloren. Stattdessen wird einfach alles auf Tourismus getrimmt. Bis vor einiger Zeit kamen täglich riesige Kreuzfahrtschiffe in die Stadt. Mehrere 1000 Touristen wurden kurzfristig hier abgeladen und überrannten förmlich das Stadtzentrum, nur um dann wieder zu verschwinden.

Das ging sogar so weit, dass Venedig beinahe auf der Liste der bedrohten Welterbe der UNESCO gelandet wäre. Kritiker beklagen schon seit vielen Jahren, dass die riesen Schiffe die Lagune zerstören, die Fundamente der Stadt beschädigen und die Luft verschmutzen. Der Kreuzfahrt-tourismus bringt zudem wenig wirtschaftliche Vorteile, weil die Passagiere nicht in Hotels schlafen und oft nur wenig Geld ausgeben. Ganz so weit kam es am Ende schließlich nicht.

Im vergangenen Jahr verabschiedete Italiens Regierung schließlich ein Einfuhrverbot für große Kreuzfahrtschiffe in die Stadt. Und auch dem Tourismus geht es langfristig an den Kragen. Ab dem kommenden Jahr wird die Stadt eine Eintrittsgebühr für Tagestouristen erheben.

Je nach Auslastung kann der Preis dann variieren. Er soll sich um etwa 10 € pro Person bewegen. Wer früher bucht, zahlt weniger. Mit einem QR Code können Touristen dann ihr Ticket vorzeigen. Wer ohne Ticket erwischt wird, dem droht eine Strafe von bis zu 300 €. Das gilt übrigens nicht für Menschen, die in der Stadt ein Hotel gebucht haben.

Auch über Zugänge wie zum Beispiel Drehkreuze denkt die Stadt bereits nach. Gleichzeitig soll sich auch der Eintrittspreis für Museen erhöhen. Das sei keine Maßnahme, um Touristen aus der Stadt auszusperren, heißt es von der lokalen Regierung. Die Stadt soll geöffnet bleiben. Vielmehr wolle man mit den Maßnahmen die Besucherströme besser kontrollieren.

Das passiert übrigens auch heute schon, etwa mit Überwachungskameras und der Auswertung von Handy-Funkzellen. Ob es der Stadt am Ende hilft, das bleibt abzuwarten. Bekanntermaßen hat Venedig ja noch ein paar mehr Probleme.

Zum Beispiel, dass die Stadt immer weiter im Meer versinkt. Da kann man verrückt gewordene Touristen, die alles andere kaputt machen, jetzt wirklich nicht auch noch gebrauchen. Übrigens, während ich hier so über den Sinn und Unsinn meines Venedig Besuchs sinniere, hat sich einen TikToker zu mir gesellt. Ja, manchmal frage ich mich auch, warum ich mir bei meinen Videos eigentlich noch so viel Mühe gebe. Oh, da seid ihr ja schon wieder. Das war Teil Nummer eins meiner kleinen Drehorte Tour zu "Wenn die Gondeln Trauer" tragen in Venedig.

Wenn ihr Teil zwei nicht verpassen wollt, dann solltet ihr jetzt diesen Kanal abonnieren und die Glocke drücken, denn dann verpasst ihr kein weiteres Video. Und wenn ihr mich und meine Arbeit unterstützen wollt, dann checkt doch mal Patreon aus oder werdet Kanal Mitglied hier auf YouTube. Dann gibt es auch immer exklusive Inhalte und neue Videos vor allen anderen. In diesem Fall zum Beispiel verrate ich euch dort, wo denn eigentlich dieser Glamping-Platz ist, auf dem ich übernachtet habe, falls ihr das auch mal machen wollt. Und ihr bekommt natürlich auch alle Adressen der Drehorte, die ich besucht habe.

Also könnte sich lohnen. Werdet doch einfach mal Patreon oder Kanal-Mitglied. Und ansonsten würde ich sagen, wir sehen uns wieder bei Teil zwei, wenn es gruselig weitergeht mit der Drehorte Tour zu "Wenn die Gondeln Trauer tragen". Ich sag tschüss und bis zur nächsten Reise.

2022-09-15 12:03

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